UNTERNEHMENSNACHFOLGE: Beatrice Rodenstock Nachfolge-Beratung von Frau zu Frau
Beatrice Rodenstock
NAVIGET GMBH
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80333 München
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Mit ihrem Unternehmen Naviget GmbH berät Beatrice Rodenstock Frauen bei der Unternehmensnachfolge. Es ist Know-how aus erster Hand, schließlich stammt sie aus dem Haus Rodenstock und repräsentiert die fünfte Generation der Familie.
WE: Warum entscheidet sich ein doch erheblicher Anteil Frauen gegen eine Unternehmensnachfolge?
Beatrice Rodenstock: Laut einem Bericht der bga (bundesweite Gründeragentur) von 2010 erfolgt immer noch nur jede zehnte familieninterne Firmenübernahme an die Tochter. Frauen fehlt häufig das Selbstbewusstsein zur Nachfolge und es wird ihnen von anderen z.B. Familie immer noch nicht so oft zugetraut. An der Qualifikation liegt es nicht.
WE: Was bewegt Frauen, die sich für eine Unternehmensnachfolge entscheiden?
Beatrice Rodenstock: Frauen sind heute oft besser ausgebildet und sozial kompetenter als ihre männlichen Kollegen. Als Nachfolgerin in einem Familienunternehmen bietet sich ihnen ein ungeheurer Gestaltungsspielraum. Oft haben sie das „Unternehmer-Gen“ und fühlen sich verantwortlich für die Beschäftigten und den Erhalt des Unternehmens. Leider ist der Anteil der Frauen, die sich aktiv für die Nachfolge entscheiden, immer noch sehr gering
WE: Gibt es noch den Patron, der an seinem Unternehmen mit aller Kraft fest hält, obwohl die Zeit reif oder schon überschritten ist?
Beatrice Rodenstock: Es gibt schon noch Unternehmensführer, die denken, sie seien unsterblich und unersetzbar und keiner kann die Firma so gut führen wie sie selbst. Die gute Nachricht: Aus meiner Beratungserfahrung kann ich sagen, dass Unternehmerinnen früher beginnen, sich mit der Übergabesituation auseinanderzusetzen und eher bereit sind, rechtzeitig abzugeben.
WE: Welchen Fall bewerten Sie als Ihren größten Erfolg?
Beatrice Rodenstock: Mich hat es besonders gefreut, als ich kürzlich eine Übergabe von Frau zu Frau begleitete. Die Leiterin eines mittelständischen Dienstleistungsunternehmens hat nach eingehender Suche mit mir eine externe Nachfolgerin gefunden, der sie voll und ganz vertraut. An sie konnte sie ihre Geschäftskontakte eins zu eins weitergeben. Die Nachfolgerin hat dafür neue Kunden in die Firma eingebracht, so dass das Unternehmen in der Übergabephase sogar gewachsen ist. Eine Übergabe, die persönlich und wirtschaftlich so harmonisch abläuft, wünscht man sich immer.
WE:
Wie lautet die am häufigsten an Sie gestellte Frage?
Beatrice Rodenstock: Abgesehen von der Frage, ob ich die Rodenstock bin, sind die häufigsten Fragen: Woran erkenne ich, dass meine Kinder für die Nachfolge geeignet sind? Wie schaffe ich es, die gesamte Familie und alle Gesellschafter zu einem Konsens zu bekommen? Und besonders heikel: Wie sage ich meinem Vater/meinen Eltern, dass es Zeit ist, das Ruder endgültig an mich zu übergeben?
WE: Was müsste seitens der Politik passieren, um den Prozess der Unternehmensnachfolge für Frauen zu vereinfachen?
Beatrice Rodenstock: Die Politik sollte Rahmenbedingungen schaffen, so dass Frauen ihren Beruf und die Familie besser unter einen Hut bekommen. Und zwar nicht nur einen Halbtagsjob im Backoffice, sondern den einer Unternehmensleiterin. Dazu müsste man z.B. mehr und bessere Ganztagsbetreuungsplätze einrichten.
WE: Was wollen Sie mit Ihrer Tätigkeit nachhaltig erreichen?
Beatrice Rodenstock: Ich möchte (potenzielle) Familienunternehmerinnen darin bestärken, solche zu werden und mehr auf ihre eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.
(Mehr über das Engagement von Beatrice Rodenstock lesen Sie in der "Edition Frauen der deutschen Wirtschaft", Band III "Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann nicht überholt werden".)