Trend: Bilinguale Kindergärten
Jelena Wahler
Giant Leap GmbH & Co. KG
Esslinger Straße 69
73732 Esslingen am Neckar
Tel.: +49 711 932 77 912
Fax.: +49 711 932 77 884
Email: info@littlegiants.de
Jelena Wahler ist Dipl. Ing. Univ. Jelena Wahler, MBA (Duke Univ.) und - sie hatte eine geniale Idee: bilinguale Kindergärten. 2006 gründete Sie gemeinsam mit ihrem Ehemann das Unternehmen Giant Leap GmbH und seit dem expandiert man konstant: München (2x)-Frankfurt-Düsseldorf-Stuttgart-Hannover ...the only way is up. Die Mission kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist Jelena Wahler selbst Mutter. Und - sie ist Global Playerin. Aus ihrer eigenen Entwicklung weiß sie: Wer in Zukunft bestehen will muss der Globalisierung gerecht werden. Doch Giant Leap ist keine "Schmiede", sondern eine Institution mit sensiblen Methoden, die auf langjährigen Recherchen, Kooperationen und Erfahrungen beruhen. Geboten werden unter anderem ganztägige hochwertige Betreuung, Lernprogramme mit bilingualen Mentoren, eine kindgerechte Umgebung. Es geht um Lernen und Wachsen...
WE: Dass Kinder schon im frühen Alter lernfähig sind, ist wissenschaftlich belegt. Welche zwei Sprachen sind heute ein ‚Must’, um später in der internationalen Wirtschaft die Karriereleiter zu erklimmen?
Jelena Wahler: Basics sind: Die Sprache des Landes in dem man lebt und Englisch.
WE: Wie unterscheidet sich das Lernverhalten von Jungs zu Mädchen?
Sie sind Mutter einer Tochter. Verschaffen Sie ihr im Sinne von „Frauen sind die Zukunft“ einen Vorsprung vor den Jungs?
J.Wahler: Ich bin Mutter einer Tochter und eines Sohnes und ich behandle beide Kinder gleich. Dennoch sind sie in Ihrem Lernverhalten grundverschieden, was ich allerdings nicht dem Geschlechterunterschied zuschreibe. Es ist wichtig Kinder individuell und nicht geschlechtsspezifisch zu fördern. Es gibt viele Mädchen, die sich für Technik interessieren, sowie Jungen, die sich für hauswirtschaftliche Tätigkeiten begeistern. Letztendlich prägen Vorbilder in der Kindheit, sowie Bezugspersonen und später der Freundeskreis die Vorlieben der Kinder.
WE: Alleinerziehende Mütter, Väter in Elternzeit, Kind und Karriere… das sind die Top-Themen. Was viele nicht wissen: Fachliche Unterstützung rechnet sich, denn sie bringt Steuervorteile…
J. Wahler: Ja, das ist richtig. Kosten für Kinderbetreuung können steuerlich geltend gemacht werden. Derzeit ist die Höhe allerdings noch gedeckelt - vielleicht wird sich das im Rahmen einer Klage die gerade beim Bundesfinanzhof anhängig ist ändern.
WE: Was macht die „Little Giants“ zu High-Potentials?
J. Wahler: Ich rate davon ab Kinder in dem Alter als „High Potentials“ zu sehen. Es geht primär darum, Kindern eine glückliche Kindheit und Eltern einen sorglosen Arbeitstag zu ermöglichen. Kinder sind allerdings nur glücklich, wenn sie die Möglichkeit haben, Dinge zu entdecken, auszuprobieren und zu lernen. Die Glücksgefühle, die sich einstellen, wenn man etwas entdeckt oder gelernt hat – übrigens zurückzuführen auf die Dopamin-Ausschüttung im Gehirn – sorgen dafür, dass man immer weiter lernen will.
Es geht um die Gefühle, die Kinder mit bestimmten Dingen bewusst oder unterbewusst in Zusammenhang bringen. Es ist irrelevant ob das Kind das Alphabet kann und ob es bei der Einschulung bis 10 oder 100 zählen kann – wobei ich zugeben muss, dass von Schulen mittlerweile in der Tat zuvor Erwähntes erwartet wird. So wird ein Kind, das beim Kuchenbacken Rechnen gelernt hat, auch in der Schule positive Gefühle mit Mathematik verbinden, während aus einem Kind, dem nie vorgelesen wurde, voraussichtlich nie ein Schriftsteller wird. Um auf Ihre Frage zurückzukommen – unsere Kinder haben Spaß bei dem, was sie machen, freuen sich auf die Schule und, wie sie selbst wissen, hatte man die besten Noten in Fächern, die man mochte.
WE: Werden Beratungsunternehmen nicht erst vor den Hochschulen stehen, sondern bereits an Ihrer Türe klopfen?
J. Wahler: Das glaube ich nicht, da Beratungsunternehmen Bewerber mit einem bestimmten Satz an Fähigkeiten suchen, spezialisiert auf ein bestimmtes Gebiet, während wir versuchen, genau das Gegenteil zu erreichen, nämlich den Kindern ein breitgefächertes Angebot zu geben, sodass sich ihre Interessen möglichst breit entwickeln und sie an vielen Dingen Spaß haben. Auch bestimmt das Kind durch sein Interesse und sein eigenes Lernverhalten, was es lernt. Lernen in jungen Jahren ist nicht zielgerichtet. Hier ist immer der Weg das Ziel und dieser ist zum Glück noch weit von den Anforderungen der Berufswelt entfernt.
WE: Was antworten Sie auf die Aussage: „ Kinder sollten besser draußen spielen und auf Bäume klettern, als Mathematik oder eine Fremdsprache zu lernen!“
J. Wahler: Natürlich ist es wichtig, dass Kinder draußen spielen! Dafür haben wir in unseren Kindertagesstätten Spielplätze, gehen mit den Kindern häufig auf Ausflüge, darunter in den Wald, Zoo oder auch ins Schwimmbad. Das ist jedoch kein Widerspruch zu einer ganzheitlichen Förderung. Wir sprechen von Kindern, die die meiste Zeit des Tages in der Kita sind. Während man vormittags auf einem Ausflug durchaus Blumen, Vögel oder Ameisen zählen kann, auch auf Englisch, bespricht man nachmittags das Erlebte. Das ist Förderung.
Ferner bin ich generell gegen den derzeitigen Glaubenskrieg um Frühpädagogik. Es gibt eine große Bandbreite von Über-bis Unterförderung und dann gibt es die vernünftige goldene Mitte. Wir wissen heute, dass es nicht sinnvoll ist Kinder frontal zu unterrichten, dass es wichtig ist, ihnen Phasen der Ruhe zu geben, aber wir wissen auch, dass es essentiell ist Kindern Fragen zu beantworten, Ihnen die Möglichkeit zu geben, neue Erfahrungen zu sammeln und daraus zu lernen. Kindergehirne sind wie Schwämme. Sie saugen alles auf, jedoch wenn nichts da ist was aufgesaugt werden kann …
WE: Wohin geht der Trend in punkto Bildung im Kindesalter in den nächsten 5 Jahren?